Immer erreichbar? Wirkt schlimmer als Kiffen!

Ralf hat das Thema der stetigen Erreichbarkeit über Social Networks, Skype und anderer Tools auf den Webmaster-Friday Plan gebracht – ein Thema das mich auch schon öfter beschäftigt hat und immer wieder beschäftigt.

Jeder, der „Die 4-Stunden-Woche„* von Tim Ferriss gelesen hat, wird mit dem Thema mehr als vertraut sein: Nur noch schnell E-Mails checken und dann kann es weiter gehen. Ah, da möchte ein Bekannter „nur kurz“ etwas per Skype-Chat nachfragen – das dauert bestimmt nicht lange. War das gerade das Geräusch für den Facebook-Chat? Moment, ich habe eine SMS bekommen. Oh mein Telefon klingelt – das ist bestimmt wichtig. So kann man den Tag auch herumbekommen. Leider bleibt dabei allzu oft das Wichtigste auf der Strecke: das Verwirklichen der eigenen Ideen.

WTF: Eintrudelnde E-Mail schlimmer als Kiffen!?

Vor ein paar Jahren (2010) hatte ich den Fehler gemacht und den Benachrichtigungs-Ton am Handy eingestellt, das dann jedes Mal einen kleinen Pipser von sich gab, wenn eine E-Mail eintrudelte – was E-Mail quasi mit SMS gleichsetzte. Das habe ich schnell wieder deaktiviert, da sich das laut Untersuchungen einiger Wissenschaftler auf die persönliche Leistungsfähigkeit schlimmer als Kiffen auswirkt! Seitdem checke ich Mails nur noch sporadisch am Handy.

Tools wie Skype, ICQ, AIM usw. hatte ich damals schon einige Zeit vorher aus meinem Alltag verbannt. Skype habe ich zwar installiert, nutze das aber nur sehr selten und nicht permanent im Hintergrund. Auch wenn es früher Zeiten gab, in denen ich mir das nicht vorstellen konnte: es geht auch ohne! 🙂

Aber kommen wir zur Beantwortung der Fragen des dieswöchigen Webmaster-Friday:

Seid ihr immer erreichbar?

Nicht immer – aber immer seltener… 😉 Im Ernst: die ständige Erreichbarkeit ist bei den meisten Webworkern und Bildschirmarbeitern schon allein durch E-Mail gegeben.

Mein damaliges Experiment, die Mails nur noch zwei Mal am Tag zu checken ist im Sande verlaufen – der Mail-Tab ist zwar nicht permanent offen, aber es sind doch deutlich mehr als die geplanten zwei Mal am Tag. Ich fühle, dass es wieder mal Zeit wird, sich dem Thema zu widmen. Ich empfinde einigen Spaß darin, jedes Tool und jedes blinkende Lämpchen immer wieder mal auf den Prüfstand zu packen und zu schauen, inwieweit ich auch ohne klarkommen kann / möchte.

Erwartet ihr eine bestimmte Erreichbarkeit von Freunden, Geschäftspartnern oder anderen Gruppen mit denen ihr kommuniziert?

Es gibt Momente, da wäre „gestern“ besser als „in fünf Minuten“ aber die meisten Dinge lassen sich ganz gut per E-Mail regeln. Wenn es dringend ist auch mal per Telefon – hier haben sich Anrufbeantworter und Anruflisten für Rückrufe als recht nützliche Werkzeuge erwiesen.

Für Notfälle gibt es Notfall-Nummern und die sind meist dauernd verfügbar.

Habt ihr euch vielleicht schon mal überlegt den Netzwerken oder Skype und Co. den Rücken zu kehren um endlich wieder Ruhe in den Tag zu bekommen?

Ja – schon öfter. Und ich denke immer wieder darüber nach. Manchmal ist ein radikaler Schritt (Deinstallation, Account löschen) nötig, manchmal reicht die Einrichtung von Zeitfenstern für ein bestimmtes Medium oder Netzwerk. Das kann jeder nur für sich selbst herausfinden. Mit zunehmender Vernetzung tut meiner Meinung nach jeder Mensch gut daran, sein eigenes Kommunikationsverhalten selbst immer wieder mal zu – Achtung für die Wortspielkasse – „überwachen“ 😉

Als sehr hilfreich können sich hierbei zum Beispiel ein Rechnerwechsel mit kompletter Neuinstallation oder ein kaputtes Handy (und entsprechend vorsintflutliches Ersatzhandy) erweisen (wie ich kürzlich im Selbstversuch ausprobiert habe). Das zeigt die Prioritäten schnell auf – und bringt die Erkenntnis: die Welt dreht sich auch ohne stetige Status-Updates, Mail-Checks von unterwegs und sofortige Antwort auf WhatsApp-Anfragen weiter.

Nur Mut, probiert es mal aus!

Ständig erreichbar - notwendig oder überflüssig?
Ständige Erreichbarkeit – notwendig oder überflüssig?

7 Gedanken zu „Immer erreichbar? Wirkt schlimmer als Kiffen!“

  1. […] Test24 Dobernator findet es schlimmer als kiffen Die Meinung des Internetblogger Die Meinung von Löwenstern Auch Sabiene nimmt teil Und hier die […]

  2. […] Tipps zur persönlichen Organisation bietet Gabriel: https://www.dobernator.com/immer-erreichbar […]

  3. Hallo =)
    Zu Deinem Beitrag fällt mir noch das Buch ein „Ich bin dann mal offline„, ein Selbstversuche ca 4 Wochen ohne jegliche Internetaktivität auszukommen. Das geht natürlich einen Schritt weiter und in manchen Berufen ist das auch nicht umsetzbar.
    Aber lesenswert ist es definitiv.

    Viele Grüße
    Neomai

    1. Danke für den Tipp. Von dem Buch hatte ich auch schon mal gehört – Selbsversuche sind ja schwer angesagt in den letzten Jahren – ein Jahr biblisch leben usw.

      Da kann man über den Unterhaltungswert hinaus sicherlich immer das ein oder andere Learning draus ziehen, auch ohne das selbst machen zu müssen (sonst würde die Bücher-Kategorie auch wenig Sinn machen).

      Ja, für Webseiten-Betreiber wird das mit dem „komplett offline“ eher schlecht umsetzbar… 😉

  4. […] Wenn ständige Benachrichtigungen wie kiffen wirken… […]

  5. […] Zitat: Immer erreichbar? Wirkt schlimmer als Kiffen! – dobernator.comsays: […]

  6. Ja das ständig erreichbar sein ist ein Fluch.. wenn auch für einige nötig.

    Skype wird bei mir nicht automatisch gestartet.. Telefon ist oft aus!

    Klar hat alles vor und Nachteile.. Aber Erreichbarkeit on demand wie email find ich immernoch am angenehmsten..

    Gruß

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