Diese 5 Dinge bereuen Menschen vor dem Tod am meisten

Eine Palliativ-Krankenschwester hat in ihrer Arbeitspraxis viele Jahre Patienten über mehrere Wochen zu Hause bis zum Tod begleitet. Dabei hat sie in Gesprächen immer wieder ähnliche Muster dafür entdeckt, was Menschen angesichts des herannahenden Todes an ihrem Leben bereuen. Hier sind die fünf meistgenannten:

1. Ich wünschte, ich hätte den Mut besessen, ein Leben nach meinen Grundsätzen zu leben – nicht eines, das andere von mir erwartet haben.

Das war die am häufigsten bereute Tatsache. Es ist wichtig, wenigstens einige der eigenen Träume im Leben zu verwirklichen (oder es zumindest zu versuchen). Wenn die Gesundheit es nicht mehr zulässt, ist es zu spät. Und ein sehr weiser Satz: Gesundheit bringt eine Freiheit mit sich, die nur sehr wenige bemerken – bis sie fort ist.

Abendsonne

2. Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet.

Jeder von ihr betreute Mann gab an, dass er bereut, so viel gearbeitet zu haben. Sie vermissten die Jugend ihrer Kinder und die Gesellschaft ihres Partners.

Durch die Vereinfachung des Lebensstils und das Treffen bewusster Entscheidungen, ist es möglich, mit weit weniger Einkommen auszukommen, als die meisten denken. Während mehr Platz im eigenen Leben entsteht, wird der Mensch glücklicher und offener für neue Gelegenheiten, die besser zum neuen Lebensstil passen.

(das klingt verdammt nach der 4-Stundenwoche von Tim Ferriss, das in diesem Zusammenhang sehr empfehlenswert ist.)

3. Ich wünschte, ich hätte den Mut besessen, meine Gefühle auszudrücken.

Viele Menschen unterdrücken ihre Gefühle, um anderen zu gefallen. Das Ergebnis: sie fristen eine mittelmäßiges Dasein und werden nie zu demjenigen, der sie, aufgrund ihrer Fähigkeiten, hätten werden können. Etliche haben sogar Krankheiten bekommen, wegen der Verbitterung und des Ärgers, den sie mit sich herumschleppten.

Und daraus resultiert wieder eine Weisheit, die ebenso einfach wie bestechend richtig und wichtig ist:

Wir können die Reaktionen anderer Menschen nicht kontrollieren. Aber, auch wenn Menschen empfindlich darauf reagieren wenn Du Dich veränderst und die Wahrheit sagst, letztendlich hebt es die Beziehung auf ein neues und gesünderes Niveau. Entweder das, oder es kappt die ungesunde Verbindung von Deinem Leben. In jedem Fall gewinnst Du.

4. Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Verbindung geblieben.

Oft erkennen wir zu spät, welchen Wert alte Freunde für uns haben. Viele haben so sehr mit ihrem eigenen Leben zu tun, dass sie gute Freundschaften mit den Jahren aus den Augen verlieren. Es gibt viele tiefe Gewissensbisse dadurch, dass die Freundschaften nicht die Zeit erhalten haben, die sie benötigt und verdient hätten. Jeder vermisst seine Freunde wenn sie sterben.

Für beschäftigte Menschen ist es typisch, Freundschaften aus den Augen zu verlieren. Aber mit dem nahenden Tod konfrontiert, fallen die alltäglichen Dinge des Lebens weg. Menschen wollen ihre Finanzen in Ordnung bringen – aber das ist nicht das Wichtigste: sie wollen die Dinge für diejenigen in Ordnung bringen, die sie lieben. Meist sind sie dazu jedoch bereits zu krank. Am Ende läuft alles auf Liebe und Beziehungen hinaus. Das ist alles was in den letzten Wochen bleibt: Liebe und Beziehungen.

5. Ich wünschte, ich hätte mir selbst erlaubt, glücklicher zu sein.

Viele Menschen realisieren bis zum Ende ihres Lebens nicht, dass Glück eine Wahl ist. Sie bleiben in alten Denkmustern und Gewohnheiten verhaftet. Der Komfort der Gewohnheit beeinflusst ihre Gefühle und das tägliche Leben. Die Angst vor Veränderung lässt sie anderen und sich selbst vormachen, sie seien zufrieden. Festgefahren sehnen sie sich danach, mal wieder richtig zu lachen oder sich Albernheiten hinzugeben.

Merke: auf dem Sterbebett ist es Dir egal, was andere von Dir denken. Wie wundervoll ist es, loslassen und lächeln zu können, lange bevor Du stirbst.

10 Gedanken zu „Diese 5 Dinge bereuen Menschen vor dem Tod am meisten“

  1. Danke für die tolle liste. Das macht mich sehr nachdenklich – ich glaube ich muss da mla einige Dinge umstellen in meinem Leben. Bisher habe ich mich viel zu viel auf die Dinge konzentriert, die „eigentlich“ nicht wichtig sind…

    1. Ja, besonders bei den ersten beiden Punkte sind schon recht häufig anzutreffen in der Welt: standig rastlos arbeiten und zu viel nach der Meinung anderer richten. Es ist allerdings auch alles andere als trivial das einfach abzustellen – aber wer es erkannt hat, kann ja daran „arbeiten“ 😉

  2. […] Minimalismus, Programmieren lernen und Dinge tun, damit man es später nicht bereut. Aber eigentlich ist das nicht meine Aufgabe eure Filter Bubble zu sprengen. Das dürft ihr ganz […]

  3. Früher fragte meine Mutter: “ Wenn die anderen von der Brücke springen, springst Du dann auch hinterher?“ Heute sagt sie: “ Lebe Dein Leben doch ein wenig mehr wie die anderen“. Nachdem ich den Artikel gelesen habe, bin ich froh zu sein wie ich bin. Und gerade weil ich der Mensch bin, der ich bin, schätzen mich meine Freunde. Lebt so, wie ihr glücklich seid, solange ihr niemanden damit schadet!!!

  4. Ein Leben, in dem die meisten Menschen ein für sie persönliche richtiges Leben führen, so soll es werden.

    Wenn sich jeder einzelne bewusst wird, ich bin für mein Leben verantwortlich und alles was ich tue oder lasse hat Auswirkungen auf meine Zukunft und die meiner Mitmenschen, dann ist es möglich die Weichen umzustellen.
    Wenn alle lebenswichtigen Dinge vorhanden sind, dann hat man die Zeit mit dem Partner, den Kindern und Kindeskindern, den Freunden und Familienmitglieder ein wirklich gutes Leben zu leben.

    Und am Ende kann man ruhig gehen. Es ist abgeschlossen und die nächsten können auch gut leben.
    WIR haben es in der Hand.
    Jeder einzelne und wir alle gemeinsam.

  5. Da ich es toll fände, wenn Du die ursprüngliche Autorin namentlich genannt hättest, nenne ich sie jetzt mal hier: Bronnie Ware hat das Buch geschrieben.

    1. Danke für die Ergänzung Christian.

      Ich hatte in Blog-üblicher Manier oben im Artikel die Seite verlinkt, über die ich auf die 5 Punkte gestoßen war – leider war die Original-Artikelseite der Autorin damals nicht mehr verfügbar – sonst hätte ich diese direkt verlinkt. Aber auch die Verlinkung zum Buch direkt unter dem Artikel oben weist ja auf ihren Namen hin.

  6. Hallo Gabriel, hast du vor, noch zu bloggen? Ich habe leider so lange nichts Neues mehr von dir gelesen und dieser Artikel als Letztes mutet etwas… merkwürdig an.

    1. Hallo Tina,
      danke für Deine Frage. In der Tat, der Artikel ist etwas … uhm … nachdenklich, hat aber keinen akuten Hintergrund in Bezug auf mich, außer, dass mir die weitergegebenen Gedanken ganz gut gefallen.

      Bloggen: da kommt bestimmt mal wieder was – ist halt für mich ein völliges Hobby-Projekt und da ich beruflich auch viel im Netz unterwegs bin, steht das oft hintenan … we’ll see – danke für den Anstupser 🙂

  7. Ich hege schon lange den Wunsch, in angemessener Weise und Umgebung, z.B. im Sterbe-Hospitz in Eberswalde, einen Sterbenden zu „begleiten“. Ich möchte diese Erfahrung gerne machen wenn sich die Möglichkeit bietet. Hin und Wieder gibt es keine Angehörigen mehr und da könnte das evtl. erwünscht sein. Weiß erst seit kurzem dass es dort eins gibt, eine Anfrage werde ich stellen in sehr naher Zukunft.
    Da alle 5 Punkte für mich bereits geklärt sind – denke ich zumindest, dass ich dafür auch „geeignet“ bin. Ich höre auch gern zu, und die richtigen Worte bring ich gewiss auch in einer solchen Situation. Der Thread hier ist ja schon betagt (und offensichtlich das Interesse groß), ich werde berichten wenn es soweit ist. lg!

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