Wer den ganzen Tag arbeitet…

10 Minuten UhrMartin fragt diese Woche unter dem Titel „Wie lang ist Dein Arbeitstag?“ nach der eigenen Arbeitszeit. Die kurze Antwort ist ganz einfach:

Zu lange!

Etwas umfangreicher lässt sich mit folgendem immer wieder gern zitierten Satz antworten:

Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit zum Geld verdienen!

Da steckt mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit drin. Und noch umfangreicher wird es durch die Beantwortung der gestellten Fragen:

Wie lange dauert Dein Arbeitstag?

Zwischen 4 und 10 Stunden. Davon sind jedoch nie 10 Stunden effektive Arbeitszeit, sondern maximal die Hälfte. Der Rest füllt sich durch Privatkram wie Telefonanrufen, Treffen und sonstigen Besorgungen. Es gibt für mich momentan keine klare Trennung zwischen Arbeit und „Feierabend“. Für familiäre Verpflichtungen lasse ich die Arbeit allerdings ruhen und springe nicht hin und her zwischen beiden Welten.

Wann stehst Du morgens auf, wann beginnst Du, wann machst Du Pausen, und wann ist Feierabend?

Ich stehe zwischen 6:00 Uhr und 8:00 Uhr auf – je nach Terminen, Verpflichtungen und Schlafbedürfnis. Arbeitsbeginn ist im Normalfall spätestens 9:00 Uhr. Pausen lege ich ein wenn ich mich danach fühle. Das mit dem Feierabend ist nicht klar geregelt und ich will das im Moment auch nicht einführen. Lieber möchte ich keine Arbeit machen, die ich als „Arbeit“ empfinde, sondern ausschließlich Dinge tun, die ich mit Begeisterung und aus einem inneren Antrieb heraus erledigen kann. Dahin bin ich jedoch noch auf dem Weg – ich „arbeite“ quasi dran…

Muss Du Dich überwinden, um mit der Arbeit aufzuhören?

Ab und zu, ja. Meist definiert die körperliche Verfassung (Müdigkeit) oder soziale Gegebenheiten wann Schluss ist. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird es sowieso ineffektiv. Das rechtzeitig zu erkennen, ist ein fortwährender Lernprozess.

Oder gehst Du einfach, wenn Du keine Lust mehr hast?

Wenn ich keine Lust habe, disponiere ich meist spontan um und beschäftige mich mit etwas anderem, da ansonsten sowieso nichts Gescheites herauskommt. Wenn ich müde bin, sieht das ähnlich aus – dann fällt die Alternativ-Beschäftigung allerdings etwas ruhiger aus… :eyesroll:

Was würdest Du sagen: wie viele Stunden am Tag arbeitest Du – im Durchschnitt, so über den Daumen?

Effektive Arbeitszeit? Weniger als 8 Stunden. Meist stehen auf der Uhr nur 3-5 Stunden, weil der Rest nicht in „anrechenbare“ Aufgabenbereiche geflossen ist.

Ist das gefühlt zu viel oder zu wenig?

Eindeutig zu viel.

Und wie passt das Bloggen in diese Zeit? Nach Feierabend, oder gehört Bloggen für Dich zur Arbeit?

Das Bloggen schiebe ich meist zwischendurch ein. Dem möchte ich in Zukunft etwas mehr Zeit widmen, da ich das spannend finde, jedoch über die Jahre zu wenig Zeit investiert habe. Besonders interessant finde ich Modelle, bei denen das Bloggen ein Teil des Broterwerbs ist oder sogar die Haupt-Einnahmequelle darstellt. Das muss ja nicht nur in einem Blog sein. Also „Arbeit“ ja, aber ich würde es lieber als „Tätigkeit“ bezeichnen.

5 Gedanken zu „Wer den ganzen Tag arbeitet…“

  1. Hallo Gabriel,
    ich würde auch gerne mehr Zeit mit Arbeiten verbringen, die mich persönlich weiter bringen. Andererseits will ich aber auch einigermaßen entlohnt werden für das, was ich für andere tue. Am schwierigsten finde ich, die beiden Sachen unter einen Hut zu bekommen.
    Viele Grüße
    Micha

    1. Spannendes Thema! Das mit der Balance zwischen „Arbeit für sich selbst“ und „Arbeit für andere“ ist für viele in diesem Bereich nicht trivial: widme ich mich (notfalls über Tag oder Wochen) einem Kunden-Projekt, bis es fertig ist und mache dann wieder „mein Zeug“ oder lasse ich beides parallel laufen und somit Gefahr, dass ich mich verzettele? Besonders bei laufender Betreuung von Kunden ist das oft schon entschieden. Da bietet sich an, die Zeit genau zu reglementieren und der Vermischung vorzubeugen (also doch wieder konkrete „Arbeitszeiten“). Ich experimentiere damit auch noch herum – meiner Erfahrung nach, sind konkrete Zeitvorgaben so oder so eher förderlich (siehe Parkinsonsches Gesetz).

      Insgesamt ist es eine Frage, die sich jeder selbst stellen muss: Will ich in Abhängigkeit arbeiten? Was ist es mir wert, das zu tun?

      Zum Teil ist es auch Definitionssache:
      Ein Autor, der ein Buch schreibt, tut das auch nicht für sich, sondern die Leser (in der Hoffnung es sind möglichst viele). Trotzdem kann er relativ selbstbestimmt arbeiten und ist (bis auf Ausnahmen wie gemeinsame Termine) nicht an tägliche Zeitpläne anderer Personen gebunden. Beim Blogger ist das ähnlich: wann er seine Beiträge recherchiert und schreibt ist ihm recht frei überlassen (es gibt ja automatische Veröffentlichung). Aber auch er schreibt für seine Leser und ist in gewisser Weise von ihnen „abhängig“. Das ist allerdings eine völlig andere Abhängigkeit als 6:00 Uhr morgens „auf Arbeit“ erscheinen zu müssen (womit viele Menschen auch problemlos klarkommen).

      Im Moment meine Sicht in Bezug auf „Abhängigkeit“:

      Angestellter > Selbständig Tätiger > Unternehmer

      Noch befinde ich mich überwiegend in der Mitte und bewege mich schrittweise weiter nach rechts. Mein Ziel ist ganz klar, das Einkommen stärker von der persönlich eingesetzten Zeit abzukoppeln. Nur so ist es möglich, sich unabhängig vom Einkommens-Potenzial der jeweiligen Tätigkeit mit Dingen zu beschäftigen, die sich nicht wie „Arbeit“ anfühlen (Einkommen ja trotzdem nicht ausgeschlossen). Sprich: Dinge, die ich auch machen würde, wenn ich keinen Cent dafür erhalte – einfach aus persönlicher Begeisterung.

  2. Oh, da hatte mich mich etwas missverständlich ausgedrückt. Dieses Abwägen mit der Balance, das du beschreibst, habe ich so nicht, weil ich nur eigene Projekte habe und nicht direkt für Kunden arbeite. Die Fragen bzgl. der Abhängigkeit habe ich mir alle so beantwortet, dass ich unbedingt unabhängig sein will. Der Preis für meine Unabhängigkeit ist allerdings mein jetziges „Problem“: Nämlich, dass meine Projekte, die gut laufen, nicht viel mit meinen persönlichen Interessen zu tun haben. Halt irgendwelche, auf SEO-Kennzahlen optimierten, Affiliate-Projekte, wo es um Produkte geht mit günstigen Verhältnissen aus Nachfrage, Konkurrenz und Verkaufsraten. Solche Projekte funktionieren zwar gut, aber wenn die von Anfang an so geplant werden, kommt am Ende beim besten Willen nicht das bei raus, was einen persönlich erfüllt. Naja, mit WebMarketingSoftware.de starte ich gerade ein neues Projekt, wo ich persönlich auch richtig Lust auf das Thema habe. Mal sehen, was das wird.

    Zu der Definiton von „Abhängigkeit“: Ja, ich sehe das auch so. Entweder ist man finanziell vom Markt abhängig oder von Leuten, die vom Markt abhängig sind.

    1. Ah, OK. Ja, das mit der Passion für das Thema haben wir hier auch schon öfter diskutiert. Es ist „fließt“ auf jeden Fall mehr, wenn diese Begeisterung für das Thema da ist. Ohne wird es auch langfristig schwierig mit der Motivation.

      Ich wünsche Dir viel Erfolg für Dein neues „Baby“. Einen Abonnenten mehr hast Du nun schon 😉

  3. Auf meiner Uhr steht meist die Stunden zwischen 6 – 8. Davon sind im Schnitt aber 1 Stunde Fortbildung. Mit 3 – 5 Stunden komme ich jedenfalls nicht aus.

    Schöne Woche noch,

    Manni

Schreibe einen Kommentar